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  • Herbert Ströbel

Wichtiger Beitrag Schwedischer Agrar- Forscher zur Diskussion

Die Forschungsarbeiten der Schwedischen Agraruniversität in Uppsala und der Austausch mit den Kollegen Prof. Dr. Holger Kirchmann und Thomas Kätterer haben mich bei meiner eigenen Recherche viel bestärkt und inspiriert. Leider ist Prof. Dr. Kirchmann kürzlich verstorben. Mit ihm haben wir eine wichtige Stimme in dieser Diskussion verloren, sein Werk besteht fort.


Grund genug, um die dortige kritische und umfassende Auseinandersetzung mit dem ökologischen Landbau hier kurz vorzustellen. Die Publikationen werden mit freundlicher Genehmigung der Kollegen hier vorgestellt und verlinkt.


1 . Dreams of Organic Farming

In der Veröffentlichung „Dreams of organic farming“ gelang es dem Wissenschaftsteam besonders gut, die komplexen Zusammenhänge, die bei der Beurteilung dieser Landnutzungsform zu beachten sind, darzustellen. Sie belegen hier wissenschaftlich, dass der im Ökolandbau postulierte Ausschluss von Agrarchemie und moderner Pflanzenzüchtung weder zu einer umwelt- und klimafreundlicheren Landwirtschaft beiträgt noch zu qualitativ höherwertigeren Lebensmitteln als im konventionellen Landbau führt.


2. Why organic farming is not the way forward

In seinem Aufsatz “Why organic farming is not the way forward” geht Prof. Kirchmann besonders auf die Folgen des geringeren Ertrags und höheren Landbedarfs des Ökolandbaus ein. Bemerkenswert ist dabei, dass der Ökolandbau im Ergebnis negativ beurteilt wird, obwohl die Mindererträge des ökologischen Landbaus in Schweden im Vergleich zum konventionellen nicht 50% wie in Deutschland betragen, sondern nur etwa ein Drittel. Der Hauptgrund für den geringeren Minderertrag dürfte sein, dass in Schweden im Ökolandbau der Einsatz organischer Dünger aus dem konventionellen Landbau weitaus verbreiteter ist als in Deutschland.


3. Revisiting the original reasons for excluding inorganic fertilizers in organic farming

In dem Artikel “Revisiting the original reasons for excluding inorganic fertilizers in organic farming—Why the ban is not consistent with our current scientific understanding” geht Prof. Kirchmann der Frage nach, inwieweit von synthetischen Düngern negative Wirkungen auf Böden, Nahrungsmittelqualität und menschliche Gesundheit ausgehen. Er kommt zu dem Schluss, dass negative Wirkungen nicht nachweisbar sind und folglich der im ökologischen Landbau postulierte Ausschluss dieser Dünger wissenschaftlich nicht gerechtfertigt ist. Er macht allerdings darauf aufmerksam, dass dieser Nachweis erst durch neuere wissenschaftliche Methoden ermöglicht wurde.


4. Valuing carbon capture in agricultural production

Unter dem Thema "Valuing carbon capture in agricultural production: examples from Sweden" zeigt das Forscherteam, dass die Landwirtschaft nicht als Netto-THG-Emitter zu betrachten ist, sondern erhebliche Mengen an THG in Boden, Produkten und Bioenergie bindet. Weiterhin wird nachgewiesen, dass durch Einsatz von Stickstoffdüngern der Entzug von THG aus der Atmosphäre erheblich gesteigert werden kann und die zusätzliche THG-Bindung ein Vielfaches der THG-Menge beträgt, die durch die Stickstoffdüngung emittiert wird. Hinzu kommt der Nachweis, dass auch die Energiebilanz der Landwirtschaft durch Stickstoffdüngung erheblich verbessert wird. Betrachtet man zusätzlich die Einsparung von Ackerfläche durch die höheren Erträge, ergibt sich aus der Stickstoffdüngung eine in hohem Maße positive Wirkung für Klima und Umwelt.



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